09.10.2026
DAAD-Stipendiatin Kateryna Schewtschuk: „Deutschland ist ein Traum, doch der Weg dorthin ist nicht immer einfach.“
Welchen Studiengang haben Sie an der Freien Universität Berlin belegt und wie lautete das Thema Ihrer Masterarbeit?
Publizistik und Kommunikation. Ich habe mich auf internationale Kommunikation konzentriert und die digitale öffentliche Diplomatie der ukrainischen Auslandsvertretung in Deutschland untersucht.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Deutschland zu studieren, und wie haben Sie von den DAAD-Stipendien erfahren?
Deutschland war schon seit meiner Kindheit mein Traum. Ich besuchte eine DSD-Schule mit vertieftem Deutschunterricht, sodass ich mich schon von klein auf mit der Sprache und der deutschen Kultur beschäftigt habe. Vom DAAD hörte ich zum ersten Mal schon in der Schule, und während meines Studiums begann ich mich viel intensiver für seine Programme zu interessieren – insbesondere dank der Aufklärungsarbeit des DAAD Ukraine.
Wie haben Sie die Universitäten ausgewählt, bei denen Sie sich um ein Stipendium beworben haben?
Bei meiner Auswahl habe ich mich in erster Linie an den führenden deutschen Universitäten orientiert, also an denen, die in nationalen und internationalen Rankings gut abschneiden, insbesondere an den Exzellenzuniversitäten. Dabei habe ich darauf geachtet, inwieweit mein Studienfach dort vertreten ist. Mir war wichtig, dass der Masterstudiengang eine Fortsetzung des Weges darstellt, den ich während meines Bachelorstudiums an einer ukrainischen Universität eingeschlagen hatte.
„Ich erinnere mich noch gut an die Werbung in der U-Bahn: „Bildung ist dein Ticket zum Ziel.“ Das stimmt.“

Gab es etwas an der Struktur des deutschen Bildungssystems, das Ihnen im Vergleich zum ukrainischen Bildungssystem neu war? Was hat Ihnen am besten gefallen?
Es gab sehr viel Neues. Zum Beispiel der Stundenplan selbst: Die Vorlesungen konnten sowohl um 8:00 Uhr morgens als auch um 16:00 Uhr beginnen, was für ukrainische Universitäten eher untypisch ist. Auch das Verständnis von „Studentenleben“ war anders: In Deutschland gibt es praktisch keine „Kommilitonen“ in dem Sinne, wie wir sie kennen. Menschen, die ihr Studium zur gleichen Zeit beginnen, können sich später fast gar nicht mehr begegnen, da jeder seinen Studienweg wesentlich eigenständiger gestaltet. Diese eigenständige Wahl der Fächer war damals ebenfalls neu für mich. Aber ich bin froh, dass ich sowohl das ukrainische als auch das deutsche Studentenleben kennengelernt habe. Sie sind wunderbar – jedes auf seine eigene Art!
In Deutschland haben mich die Strenge, die Disziplin und die Einstellung zum Studium sehr beeindruckt: Wenn man bereits im Masterstudium ist, wird von einem volles Engagement erwartet. Ein fundiertes, wissenschaftliches Engagement. Und das erwartet man dort auch von sich selbst.
Die Bibliothekskultur hat mir sehr gut gefallen.
Am meisten hat mich jedoch beeindruckt, wie viel Bedeutung man in Deutschland der Bildung grundsätzlich beimisst. Ich erinnere mich noch gut an eine Werbung in der U-Bahn: „Bildung ist dein Ticket zum Ziel.“ Das stimmt.

Was ist Ihr Lieblingsort in Berlin?
Die Uferpromenade am Deutschen Bundestag: die Spree, genau diese wunderschöne Architektur aus dem Deutschlehrbuch und ein Kindheitstraum.
Könnten Sie uns erzählen, wie und warum Sie sich entschieden haben, nach mehreren Jahren des Studiums und der Arbeit in Deutschland in die Ukraine zurückzukehren?
Russland hat einen umfassenden Krieg gegen die Ukraine begonnen, und meine Wurzeln haben mich zurückgerufen. Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt zu Hause in der Ukraine sein muss, und wollte mich hier nützlich machen.
Was können Sie Studierenden raten, die gerade ihre Reise nach Deutschland antreten?
Deutschland ist ein Traum – aber ein anspruchsvoller. Der Weg dorthin ist nicht immer einfach. Der wichtigste Ratschlag lautet daher: Gebt euch nicht mit Ablehnungen und dem Wort „unmöglich“ zufrieden! Mir haben zum Beispiel damals viele versichert, dass es praktisch unmöglich sei, ein DAAD-Stipendium zu bekommen. Aber es hat sich herausgestellt: Alles ist möglich. Lasst das „Nein“ anderer nicht die Antwort auf eure Träume sein. Manchmal lohnt es sich einfach, weiterzumachen. Und zu träumen!